Persönlich. Christlich. Gut.

Kindern dabei helfen, die Natur zu entdecken

Beeindruckt zeigten sich Ralf Droste und Thomas Poggel (3. und 5.v.r.) am Berufskolleg Bergkloster Bestwig von den Erfahrungsberichten der Schülerinnen und Schüler aus dem Projekt Balu und Du. Schulleiter Michael Roth (l.) und Koordinatorin Irmhild Padberg (3.v.l.) bedankten sich bei den beiden Vertretern des Lions-Clubs Meschede für die finanzielle Unterstützung.

Schüler des Berufskollegs Bergkloster Bestwig begleiten Grundschulkinder einmal wöchentlich – der Lions-Club Meschede unterstützt das Projekt

„Ich gehe mit meinem Kind einmal wöchentlich in den Wald. Es hat die Natur für sich entdeckt. Und seine Klassenlehrerin fragt, was ich mit ihm mache. Der Junge sei auf einmal so ausgeglichen“. Ganz begeistert berichtet Ronja Sommer vom Berufskolleg Bergkloster Bestwig über ihre Erfahrungen aus dem Projekt Balu und Du. In dessen Rahmen begleitet die Schülerin aus dem beruflichen Gymnasium mit Schwerpunkt Pädagogik an einem Nachmittag pro Woche ein Grundschulkind.

An dem Projekt beteiligen sich Schulen bundesweit. Das Berufskolleg Bergkloster Bestwig nimmt bereits seit neun Jahren teil. In diesem Jahr begleiten 25 „Balus“ ebensoviele „Moglis“ aus den Grundschulen der Umgebung. Die Begriffe sind dem „Dschungelbuch“ entnommen. Dort ist es der große und starke Bär Balu, der dem kleinen Menschenkind Mogli dabei hilft, im Dschungel viele Gefahren zu bestehen.

„Für beide Seiten eine Win-Win-Situation“

Die Schule stattet ihre Balus mit einem Betrag von zehn Euro monatlich aus, um mit den Kindern kleinere Unternehmungen in der Freizeit zu machen: sei es schwimmen zu gehen, Bastelmaterial einzukaufen oder ein Eis zu essen. Finanziert wird dieser Zuschuss immer zu einem Teil von der Bergkloster Stiftung SMMP. Und für das laufende Schuljahr übernimmt der Lions-Club Meschede alle weiteren Kosten, die sich bis zum Ende auf etwa 2000 Euro summieren werden. „Das ist ein schönes Projekt. Und eigentlich für beide Seiten eine Win-Win-Situation“, stellt Ralf Droste vom Lions-Club fest. Gemeinsam mit Thomas Poggel informierte er sich bei den Schülerinnen und Schülern über den Verlauf.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wirken sehr angetan. „Ich habe ein schwieriges Kind betreut, mit dem ich erst einmal klar kommen musste. Aber das hat ja auch für mich einen Lerneffekt. Ich habe gemerkt, dass ich vieles anwenden kann, was ich hier im Unterricht gelernt habe“, sagt Lisa-Maria Bartsch, die gerade ihr Fachabitur im Bereich Gesundheit und Soziales abgelegt hat.

Klassenleitungen wissen, welchen Kindern eine Begleitung guttut

„Genau das ist der Sinn von ‚Balu und Du‘. Deshalb nehmen wir auch schon seit neun Jahren daran teil“, erklärt Fachlehrerin Irmhild Padberg. Über die Klassenleitungen oder die Offenen Ganztagsschulen werde man auf die Kinder aufmerksam, denen eine solche Begleitung guttut. Zugleich arbeite man mit verschiedenen Fachstellen zusammen, beispielsweise der Erziehungsberatungsstelle der Caritas oder der Ausländerbeauftragten in Meschede. „Denn in den vergangenen Jahren hat auch der Anteil von Kindern aus Flüchtlingsfamilien deutlich zugenommen.“ Und Schulleiter Michael Roth betont: „Dadurch, dass dieses Programm bundesweit läuft, wird es wissenschaftlich gut begleitet. Und die Nachhaltigkeit ist belegt.“

Davon ist auch Alexa Marques-Fernandes überzeugt: „Es war schön zu beobachten, wie glücklich ein neunjähriges Mädchen ist, wenn man mit ihm Muffins backt. Jetzt fragt es immer, wann ich wiederkomme und ob ich mir nicht noch etwas mehr Zeit nehmen kann.“ Und Marie Böhmer hat mit einer achtjährigen Schülerin ein Muttertags-Geschenk gebastelt. Das habe auch die Mutter berührt. Dies seien Erlebnisse und Erfahrungen, die in Erinnerung bleiben.

Thomas Poggel und Ralf Droste haben die Berichte beeindruckt. „Deshalb geben wir dafür gerne einen Zuschuss.“ Und Michael Roth und Irmhild Padberg sind überzeugt, dass das Projekt auch im kommenden Jahr am Berufskolleg weiterläuft.