Toni Tröster und Justus Kamitter haben mit Erasmus+ zwei Praktika im Ausland gemacht. Beide Male arbeiteten die Schüler des Berufskollegs Bergkloster Bestwig mit Kindern.

Im Mai 2025 halfen Toni Tröster und Justus Kamitter Kindern in Málaga beim Englischlernen. Im Sommer 2026 probten sie auf Malta mit Kindern ein Theaterstück. Beide Praktika liefen über Erasmus+, das Bildungsprogramm der Europäischen Union.
Toni Tröster ist 19 Jahre alt und wohnt in Schmallenberg, Justus Kamitter ist 18 und kommt aus Bigge. Beide gehen in die Abiturklasse 13 im Bildungsgang Sozialpädagogik. Den Bildungsgang haben sie gewählt, weil sie später in einem sozialen Beruf arbeiten möchten. Schon im Unterricht beschäftigen sie sich mit pädagogischen Themen.
Nach dem Abitur will Tröster Sonderpädagogik auf Lehramt studieren, Kamitter weiß noch nicht, welchen Weg er einschlägt. Ohne ihre Familien waren beide vor Málaga höchstens sieben Tage am Stück im Ausland unterwegs, mit Freunden. Ein längerer Aufenthalt war für sie neu.
Englisch in Málaga
In Málaga arbeiteten sie in zwei verschiedenen Einrichtungen: Einer war an einer Sprachschule, in der Kinder Englisch lernten und danach ihren normalen Schulunterricht hatten. Der andere arbeitete in einer Einrichtung, in der Kinder nach der Schule Nachhilfe in Englisch bekamen.
An der Sprachschule begann der Tag mit englischen Spielen für die Kinder. Nach der Mittagspause ging der Englischunterricht weiter, und die Kinder sollten dabei möglichst viel Englisch miteinander sprechen. In der Nachhilfe-Einrichtung beobachtete der Praktikant nachmittags von etwa 16 bis 19 Uhr den Englischunterricht und half den Kindern bei ihren Aufgaben.
Zu ihren Aufgaben gehörte es, die Kinder zu betreuen und beim Englischlernen zu unterstützen. Teilweise sahen sie sich auch schriftliche Arbeiten an, und vieles durften sie selbstständig übernehmen.
Herzlich empfangen
Am Anfang war es ungewohnt, in einem fremden Land zu arbeiten, ohne die Menschen und die Sprache zu kennen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter empfingen die beiden herzlich und halfen ihnen bei der Einarbeitung. Das machte den Einstieg leichter, berichten Tröster und Kamitter.
Spanisch sprachen beide nicht. Ihr Englisch reichte für die Arbeit, und während des Aufenthalts wurde es besser. Schwierig war es im Alltag, etwa beim Einkaufen, weil manche ältere Menschen nur wenig Englisch sprachen. Auch bei der Arbeit gab es manchmal Missverständnisse, wenn Englisch nicht ausreichte.
Sie wohnten mit den anderen Teilnehmenden in einer Ferienwohnung, zwölf Personen insgesamt, und gingen in ihrer Freizeit oft an den Strand. Außerdem sahen sie sich weitere Orte an. Einer der beiden kannte Spanien schon aus dem Urlaub. Das Land nicht nur als Tourist zu besuchen, sondern dort zu arbeiten, sei trotzdem eine neue Erfahrung gewesen.
Theater auf Malta
Das zweite Praktikum führte die beiden zur Malta Drama Academy. In deren Sommercamp entwickelten Kinder in den Ferien gemeinsam ein Theaterstück, das sie nach zwei Wochen vor ihren Eltern aufführten.
Tröster und Kamitter arbeiteten mit maltesischen Kindern von etwa sechs bis zwölf Jahren. Sie leiteten Proben an, achteten auf die Einsätze und halfen, wenn jemand eine Textzeile vergessen hatte. Einer der beiden stand selbst auf der Bühne, als Erzähler. Außerdem räumten sie die Bühne auf.
In der letzten Woche ihres Praktikums begann ein neues Theaterprojekt, das sie nicht mehr bis zum Ende begleiten konnten. Die Zusammenarbeit mit den anderen Betreuerinnen und Betreuern lief insgesamt gut. Zeitweise fühlten sich die beiden etwas alleingelassen, wenn die anderen mit eigenen Aufgaben beschäftigt waren, aber nur in einzelnen Phasen.
Pappe und Kabelbinder
Ratlos waren sie, als sie Material für die Bühnendekoration besorgen sollten. Einer brauchte Pappe für die Wände, der andere Kabelbinder. Mehrere maltesische Geschäfte schickten sie zunächst wieder weg, und die beiden wussten nicht, wie sie an das Material kommen sollten. Nach längerer Suche fanden sie es doch.
Über das Erasmus-Büro der Schule
Von Erasmus+ erfuhren die beiden über das Erasmus-Büro des Berufskollegs. Dort konnten sie sich über Auslandspraktika informieren und sich bei Fragen und Problemen melden. Ansprechpartnerin war außerdem Susanne Giess, Leiterin des Erasmus-Büros.
Lange überlegten sie vor der Abreise, welches Land am besten zu ihnen passt. Das war der größte Aufwand, danach waren Reise und Flüge zu buchen.
Was bleibt
Ihr Englisch ist besser geworden, und sie sind selbstständiger, sagen Tröster und Kamitter. Außerdem hätten sie Einblicke bekommen, wie pädagogische Arbeit in anderen Ländern abläuft, und erlebt, dass die Arbeit mit Kindern je nach Land und Einrichtung anders aussieht. Ihr Blick auf pädagogische Arbeit habe sich nicht grundlegend verändert, aber sie hätten andere Perspektiven kennengelernt.
Ihre Familien freuten sich über die Gelegenheit. Während der Praktika hielten die beiden regelmäßig Kontakt nach Hause, nach der Rückkehr erzählten sie von ihren Aufgaben und Erlebnissen.
Wer überlegt, an einem solchen Programm teilzunehmen, dem raten beide, es auszuprobieren. Anlaufstelle für Schülerinnen und Schüler des Berufskollegs Bergkloster Bestwig ist das Erasmus-Büro der Schule.
